01.02.2023
Frühmessehaus Kirchensittenbach

Sanierung des spätmittelalterlichen Frühmessehauses schreitet voran.

Das Hauptgebäude wurde von 1565 bis 1567, also ca. 11 Jahre nach dem Ende des 2. Markgrafenkriegs errichtet. Um 1700 wurde das Gebäude nach Nordwesten durch einen Anbau erweitert.

Die ursprüngliche Dachkonstruktion auf dem Haupthaus wurde um 1800 abgebaut und durch den heutigen Dachstuhl ersetzt. Der Dachstuhl über dem Anbau stammt noch aus dessen Erbauungszeit um 1700.

Die Grundrissstrukturen der Einzelgeschosse im Haupt- und Anbau sind nahezu  unverändert erhalten.

Das Gebäude gliedert sich in das vor die Wehrmauer angesetzte, gemauerte Kellergeschoß, darüber zwei Fachwerkgeschosse (EG und 1. OG) und darüber zwei Dachgeschosse.

Durch die Hanglage ist das Gebäude nur zur Hälfte unterkellert. Das Kellergeschoss entstand durch Vorsetzen von Bruchsteinwänden vor die ehemalige Wehrmauer. Die Wehrmauer wurde zum Einbau einer Treppe im Erdgeschoss durchbrochen.

Überragende Balkenköpfe der Holzbalkendecken über dem Erdgeschoss bilden den Fuß für den Aufbau der Fachwerkgeschosse im EG und 1. OG.

Die sichtbaren Konstruktionen und Schäden wurden aufgemessen und in den statischen Aufmaßplänen und in Einzelblättern dargestellt. Wegen des vorhandenen Ausbaues waren die Konstruktionsteile nicht überall einsehbar.

Die nördliche Giebelwand musste komplett erneuert und ausgemauert werden. Dies erfolgte im Sommer 2022.

Die ursprüngliche Statik des Daches wurde im Herbst 2022 wiederhergestellt. Damit diese Arbeiten reibungslos ablaufen konnten wurde ein sog. Notdach errichtet.

Die Deckenbalken (Eiche) im EG sind durch Feuchtigkeit und Schädlingsbefall teilweise stark geschädigt. Eine zusätzliche Verstärkung ist in diesen Bereichen erforderlich. Im Kellerbereich wurde das Mauerwerk im Tonnengewölbe saniert (siehe Bild).

Im 1. OG ist eine Wandmalerei (siehe Bild) aus der Bauzeit um 1700 auf einer dünnschichtigen Putzlage erkennbar. Die Herkunft dieser Malerei konnte noch nicht geklärt werden.

Die gesamte Sanierung soll im Jahr 2023 zum Abschluss kommen.

Bericht: Albert
Bilder: Albert